Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn

Keine B 303 neu durch das Fichtelgebirge!

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Nach der Beerdigung der Pläne einer B303neu durch das Bayerische Innenministerium sieht die große Bürgerinitiative gegen die Fichtelgebirgsautobahn ihr Hauptziel erreicht:

Es wird keine Fichtelgebirgsautobahn (B303neu) geben !

Diese Nachricht vom 30.1.09 hat im Fichtelgebirge für große Erleichterung gesorgt. Und auch die B303alt soll nur abschnittsweise verbessert werden, für die Anwohner sind zum ersten Male Schutzmaßnahmen in Aussicht gestellt worden. Aus allen Teilen des Fichtelgebirges haben uns Dankesgrüße erreicht, erklärt die Erste Sprecherin der Bi Sandra Krause aus Zell. Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat vernünftige Lösungen angekündigt, daher werden wir unsere Protestaktionen und öffentliche Aktivitäten vorerst herunterfahren und auf „Standby“ gehen.

Die Bürgerinitiative, die insbes. von Menschen aus den Waldsteingemeinden und dem inneren Fichtelgebirge getragen wird, hat mehr als 30.000 Unterschriften hinter sich versammelt. Am 1.Mai, dem traditionellen Widerstandstag gegen die Fichtelgebirgsautobahn, soll demnach in diesem Jahr keine große Protestkundgebung stattfinden, sondern eine Feier in etwas kleinerem Rahmen für alle langjährigen, treuen Unterstützer der Bürgerinitiative, erläutert Uwe Döbereiner, Bi-Gründungsmitglied und 3. Bürgermeister von Höchstädt.

Sandra Krause betont, dass sich die Bürgerinitiative nicht auflösen wird. Wir werden unser Verbindungsnetz im ganzen Fichtelgebirge weiter aufrechterhalten und uns zu internen Beratungen auch weiterhin treffen. Wir werden den weiteren Verlauf sehr aufmerksam verfolgen.

Wie vom Bayerischen Innenminister angekündigt, müssen nun die Projekte rasch aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen werden und der genannte Ausbau zwischen der Grenze und Marktredwitz muss sich entlang der schon vorhandenen Trasse orientieren, sollte aber bedarfsgerecht sein, ergänzt Renate Ide, Sprecherin der Bi in Thiersheim.

Forderungen nach Transitsperren können wir nicht mittragen, so Helene Hebentanz, Bi-Gründungsmitglied aus Zell, denn wir haben 30.000 Unterschriften gegen die geplante Fichtelgebirgsautobahn gesammelt, aber nicht für Transitsperren. Unsere Ziele haben wir von Anfang an klar definiert, so Doris Neuerer aus Sparneck. Dabei haben wir absichtlich mehrheitsfähige, realistische Positionen bezogen und keine Extrempositionen. Unsere Forderung lautete von Anfang an: Keine weitere Autobahn, denn die vorhandenen Bundesstraßen können den Verkehr bewältigen, wenn man lokale Verbesserungen, insbes. auch zum Schutz der Anwohner durchführt.

Das Bayerische Innenministerium hat unsere moderate Position bestätigt, so Karl Hahn, Bi-Gründungsmitglied aus Zell. Alle Neubaupläne werden gestoppt, weil sie zu teuer und zu umweltschädlich sind. Den großen Rückhalt in der Bevölkerung hätten wir nie erreicht, wenn wir als Fundamentalisten aufgetreten wären.

Daher wird sich unsere Bürgerinitiative an extremen Forderungen auch künftig nicht beteiligen, machen Sandra Krause und Uwe Döbereiner deutlich.

Der Stopp der Neubaupläne ist ein Sieg der Vernunft, so Gerhard Lang, Gemeinderat aus Thiersheim. Nun sollte das Hauptaugenmerk bei der B303alt unbedingt auf den Anwohnerschutz gerichtet sein. Keinesfalls sollte die B303alt zu einer Pseudo-Autobahn ausgebaut werden, die dann zusätzlichen Transitverkehr in das Fichtelgebirge anziehen würde.
<vr> Wolfgang Schubert aus Grub bemerkt, dass sich die Traktor-Demos und unzähligen Protestaktionen nun ausgezahlt haben. Herbert Fuchs aus Weißenstadt begrüßt es, dass der Bauernverband mittlerweile auch eindeutig Stellung gegen die Neubaupläne bezogen hat. Für eine neue Autobahn wären wertvolle landwirtschaftliche Flächen für immer verloren gegangen, so Horst Sonntag aus Grub.

Ein großes Dankeschön richtet die Bürgerinitiative an die Adresse von Bund Naturschutz und an den Landesbund für Vogelschutz, die uns nach ganzen Kräften seit Jahren Unterstützung gewähren. Fritz Täuber aus Münchberg fügt an, dass auch der Fichtelgebirgsverein, der größte regionale Verein mit ca. 20.000 Mitgliedern, ein wichtiges Signal gegeben hat, indem er sich von einer B303neu distanziert hat.

Andreas Hofmann, Bezirksfachgruppenleiter für Naturschutz aus Kirchenlamitz und Gerhard Popp, 1.Vorsitzender der NaturFreunde Münchberg, betonen, dass auch die NaturFreunde in der Region nach wie vor fest hinter der Bürgerinitiative stehen.

Durch die Arbeit unserer Bi-Gruppen vor Ort, ist es uns gelungen, dass sich 16 Bürgermeister aller Parteifarben gegen eine B303neu ausgesprochen haben, so Roland Schlick, Gemeinderat in Zell. Sie unterstützen uns mit vielen ihrer Gemeinderäte so gut sie können. Und sogar die drei betroffenen Landräte in Hof, Bayreuth, Wunsiedel haben sich zu einer B303neu kritisch geäußert.

Wir haben immer betont, dass wir mit Politikern aus allen Parteien zusammenarbeiten werden, sofern sie sich gegen die Autobahn aussprechen. Der Erfolg gibt uns nun recht, so Sandra Krause. Zu Beginn stand insbes. die Partei der Grünen geschlossen gegen die B303neu, mittlerweile trifft das erfreulicherweise auf alle Parteien zu.

Dieter Hering, Gemeinderat aus Höchstädt, möchte dennoch -stellvertretend für alle Politiker- aus jeder großen Partei wenigstens einen Politiker namentlich benennen:
<vr> So hat z.B. der Hofer Landrat Bernd Hering/SPD seinen ganzen Hofer Landkreis von Anfang an gegen die Autobahnpläne eingeschworen. Zusammen mit Frau MdL Ulrike Gote/Grüne hat er unseren gewaltigen Demonstrationszug durch Bayreuth im Jahr 2001 mit gut 2.000 Teilnehmern angeführt. MdL Alexander König/CSU hat in seiner Partei lange gegen viele Widerstände ankämpfen müssen, doch es ist ihm gelungen in der CSU zu einem Meinungsumschwung gegen die Autobahnpläne beizutragen. MdB Horst Friedrich/FDP hat seine Parteikollegen gegen die Autobahnpläne einstimmen können.

Bei all dem berechtigten Lob an die Verbände und Politiker, die uns so sehr unterstützen, muss man aber eines ganz klar herausstellen, so Sandra Krause. Den allergrößten Dank müssen wir den Tausenden von Menschen machen, die unsere unzählige Demonstrationen mitgetragen haben und die sich mit uns solidarisieren. Nur mit deren Hilfe konnte dieser einzigartige Erfolg erreicht werden. Der Bayerische Innenminister hat es treffend formuliert: Gegen den Willen der Bevölkerung kann man keine Fichtelgebirgsautobahn bauen.

Unser Dank gilt jedem Einzelnen, der uns unterstützt !

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27.05.2017, 09:57 Uhr

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