Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn

Keine B 303 neu durch das Fichtelgebirge!

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Sowohl im Nordbayerischen Kurier als auch in der Münchberg/Helmbrechtser Zeitung fanden sich in der letzten Woche Hinweise auf eine Verlautbarung der IHK, in der mal wieder eine "leistungsfähige Ost-West-Achse" gefordert wurde. Im NK wurde dazu der "Lückenschluss" aufgewärmt; in der MHZ kam die Nachricht gleich in der Rubrik "Die Zahl des Tages 5". Sollte das ein Hinweis auf die Note 5 gewesen sein? Die haben sich die "Experten" der IHK nämlich abgeholt, denn wenn man die Äußerungen analysiert, bleibt nicht viel Substanz übrig.

Wir haben als Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn zu beiden Presseveröffentlichungen mit folgendem Wortlaut Stellung bezogen:

Die IHK hält eine „leistungsfähige Verbindung zur tschechischen Grenze für zwingend notwendig“. Kann es sein, dass der "IHK-Experte Wolfram Brehm" hier ganz öffentlich relativ wenig Expertenwissen zeigt?

Derzeit existieren nämlich keine „angedachten Trassen“. Es wird von Bosch & Partner eine "UVS Stufe 1 Raumwiderstandsanalyse" zur Ermittlung des Raumwiderstandes gegen eine Ost-West-Verbindung im Fichtelgebirge durchgeführt. Nach Abschluss dieser Untersuchung wird sich zeigen, in welchen Bereichen des Fichtelgebirges welcher Raumwiderstand angenommen werden muss. Dieser Vorgang ist ein Vorstufe zu einer Trassenfindung. Jetzt, aus der hohlen Hand, irgendwelche Wahrscheinlichkeiten für Trassen anzugeben, zeugt von großer Unkenntnis des Verfahrens. Der Satz „Im besten Fall wird es wohl noch fünf Jahre dauern, bis gebaut werden kann” ist ebenso unfundiert. Die, nennen wir das Kind beim Namen, Fichtelgbirgsautobahn, steht nicht im vordringlichen Bedarf des 5. Änderungsgesetzes zum Bundes-Fernstrassenausbaugesetz.

So schnell schießen selbst die Bayern nicht! Außerdem sollte unbedingt ergänzt werden: Es gab aber auch schon Planfeststellungsverfahren bei Autobahnen in Bayern, die nach 25jähriger Dauer ohne Planfeststellungsbeschluss sang- und klanglos eingestellt wurden. Und wenn der Verkehr auf der B 303 weiter mit etwa vier Prozent pro Jahr rückläufig ist, und die Bevölkerung in Hochfranken weiter derart dramatisch abnimmt, dann kann man - mit einem Augenzwinkern, wohlgemerkt - extrapolieren, wann die bestehende Straße überflüssig ist.

Oft scheint Herr Brehm oberfränkische Straßen auch nicht zu benutzen, denn die A70 endet auf deutscher Seite eben nicht im "Nichts", sondern in Anschlüssen an die A9. Tschechische Straßen scheinen ihm ebenfalls fremd zu sein. Der tschechische Teil der E48, die R6, ist weitestgehend im Ausbauzustand wie vor der Grenzöffnung. Nur wenige kurze Abschnitte wurden bisher verbessert. Und die tschechische Straßenverwaltung hat ihre Ausbaupläne für diese Straße signifikant gestreckt. Projekte, die bis 2005 abgeschlossen sein sollten, stehen jetzt erst frühestens 2010 zur Planung an. Planungen für andere Abschnitte wurden völlig zurückgestellt.

Dies alles ist nachzulesen auf den Internetseiten der tschechischen Straßenbauverwaltung.

Nach Ansicht der Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn ist die Planung zur Fichtelgebirgsautobahn vollkommen überflüssig. Im Norden verläuft die A 4, im Süden ist die A 6 bei Pfreimd demnächst fertig. Die Ost-West-Verkehrsströme suchen sich gerade ihre Wege.

Dem kleingliederigen Naturpark Fichtelgebirge bliebe die Zerstörung erspart, wenn er keine Lkw-Transit-Rennbahn bekäme. Wirtschaftlich positive Auswirkungen sind in keinem Falle zu erwarten. Oder hat etwa die Nord-Süd Transitstrecke A9 der Region irgendwelche wirtschaftlichen Impulse gebracht? Entstehen etwa in Himmelkron Arbeitsplätze für hochqualifizierte Mitarbeiter in innovativen neuen Betrieben? Wenn geringfügige Beschäftigung und 400 Euro Jobs das non plus ultra des Verständnisses von Wirtschaftsentwicklung bei der IHK sind, dann sollte man sich Gedanken machen über sein Selbstverständnis, nicht über neue Straßen.


Bleibt noch folgender Schluss:

Im Nordbayerischen Kurier wird die "- Variante Mitte-Süd - von Gefrees über Weißenstadt, unter dem Waldstein hindurch nach Marktredwitz -" erwähnt. Da ist der Steckenverlauf nicht nachvollziehbar. Der IHK-Experte Brehm kennt anscheinend auch die Geographie nicht so ganz genau. Die Variante Mitte-Süd verläuft nämlich von Münchberg über Zell, unter dem Waldstein hindurch nach Weißenstadt und weiter nach Marktredwitz!

Und noch ein Abschlusswort zu den Kernbetrieben in den neuen Gewerbegebieten: Wenn der bekannt (und bisher einzige) Kernbetrieb in der Ottengrüner Heide die gleiche Initialwirkung wie die Betriebe in Münchberg - Ost, Münchberg - Süd und Hof - Haidt zeigt, bleiben für die Kommunen nur Infrastrukturkosten, und die sind nicht vernachlässigbar.

Davon, wie sich unsere Landschaft entwickelt - in Ottengrün lässt sich das gut beobachten - garnicht zu reden.

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26.09.2017, 18:35 Uhr

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