Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn

Keine B 303 neu durch das Fichtelgebirge!

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... und was die frankenpost daraus zauberte!

„GEGEN SCHWERLASTVERKEHR AUF DER BUNDESSTRASSE 303
Protest auch in Bad Berneck
BI in Bischofsgrün weist Zahlenangaben aus dem südlichem Fichtelgebirge zurück“

Frankenpost MHTZ 03.02.2007, Seite 11

In dem genannten Artikel fallen einige Unstimmigkeiten auf, die wir hier richtig stellen möchten:

Richtig ist: Die für das Jahr 2000 genannten Zahlen von 5848 Fahrzeugen pro Tag und 1024 Lkw pro Tag sind Ergebnis der Straßenverkehrszählung 2000 an der Zählstelle 5936/9102, die bei Straßenkilometer 46,7, unmittelbar westlich von Birnstengel lag. Diese Zählstelle ist repräsentativ für den Verkehr zwischen Glasermühle und Höhenklinik. Im Rahmen der Straßenverkehrszählung 2005 wurden dort keine Werte angegeben, weil die Zählstelle im Baustellenbereich lag.

Die für das Jahr 2005 zitierten Zahlen von 5950 Fahrzeugen pro Tag und 1431 Lkw pro Tag wurden nicht im Rahmen der Straßenverkehrszählung 2005 ermittelt, sondern sind das Ergebnis der automatischen Dauerzählstelle westlich von Bischofsgrün. Die Lage dieser Zählstelle ist identisch der Zählstelle 5936/9101 der Straßenverkehrszählung, die bei Straßenkilometer 42,4 liegt. Sie ist repräsentativ für den Verkehr zwischen Goldmühl und der Glasermühle.

Ein Vergleich der beiden Wertepaare ist absolut nicht möglich und führt zu einer gewaltigen Verzerrung der Daten, da einerseits die Zählstellen räumlich getrennt liegen, denn westlich der Einmündung Glasermühle wird zusätzlicher Quell- und Zielverkehr nach Bischofsgrün erfasst, der an der Zählstelle bei Birnstengel nicht durchfährt. Andererseits beruhen die Ergebnisse der Dauerzählstelle und die Ergebnisse der Straßenverkehrszählung auf unterschiedlichen methodischen Verfahren.

Setzt man die beiden mit unterschiedlichen Methoden und an unterschiedlichen Orten ermittelten Zahlenpaare in einen direkten Bezug, wie in dem Artikel geschehen, so vergleicht man schlicht und einfach Äpfel mit Birnen. Daraus irgendwelche Schlussfolgerungen abzuleiten ist nicht möglich, nicht zulässig, ja unsinnig. Widerlegen kann man mit einem solchen Vergleich gar nichts! Zumal der Verkehr aller Fahrzeuge an der Zählstelle 5936/9101 von 1993 bis 2005 nachweisbar um 25% abgenommen hat. Gerade bei dieser komplizierten Thematik ist es wichtig sehr sorgsam mit den Daten umzugehen.

Die B 303 ist bezüglich der Verkehrsstärke durch alle Fahrzeuge nach wie vor weit unterdurchschnittlich belastet, denn 2005 fuhren ausweislich des Ergebnisses der Straßenverkehrszählung über den Scheitelpunkt des Fichtelgebirges 6075 Fahrzeuge pro Tag. Im Durchschnitt auf Bundesstraßen waren es 2005 mehr als 10000 Fahrzeuge pro Tag. Nur beim Schwerverkehr ist die B 303, im Vergleich mit anderen zweispurigen Bundesstraßen in Bayern, stärker belastet. Daher stimmen wir Herrn Zeißler und der Bürgerinitiative in Bischofsgrün zu in Ihrer Forderung „1die stete Zunahme des Schwerlast­ver­kehrs (müsse) gebremst werden“. Dies muss allerdings dann für das gesamte Fichtelgebirge gelten, nicht nur für die B303. Eine neue Straßenverbindung wäre völlig kontraproduktiv. Damit würde das Gegenteil erreicht und zusätzlicher Verkehr ins Fichtelgebirge hineingeführt. Verkehrsvermeidung muss jedoch, auch nach dem Willen der Bürgerinitiative Bischofsgrün, das übergeordnete Ziel sein.

Eine Autobahn von Eger nach Karlsbad wird definitiv nicht gebaut. Im Mai 2001 kam es zu einem Treffen zwischen dem bayerischen Umweltminister Werner Schnappauf und dem damaligen tschechische Minister für Regionalentwicklung, Petr Lachnit. Danach wurde in der Zeitschrift „Die Welt“ vom 29.05.2001 berichtet „«Bis zum Jahr 2006 werden wir außerdem die E48 von Prag über Eger zum Grenzübergang Schirnding modernisiert und ausgebaut haben», kündigte Lachnit an.“ Diese Ankündigung stellte sich als nicht finanzierbar heraus. Der Investitionsplan der tschechischen Straßenbauverwaltung von 2000 bis Jahr 2010 sah zwar den Ausbau der E48 vor, jedoch in weiten Teilen nur zweispurig, vergleichbar einer zweispurigen Bundesstraße. Mit Stand von 2005 wurde dieser Investitionsplan nochmals gestreckt. Danach gibt es bis 2010 keine Pläne, die Strecken vom Grenzübergang nach Eger und im weiteren Verlauf von Karlsbad bis Pavlov, westlich von Prag, auszubauen. Nur zwischen Eger und Karlsbad, dort, wo der Verkehr es erfordert, wird die E48 zu einer vierspurigen Schnellstraße ausgebaut. Von einem Autobahnbau zwischen Staatsgrenze und Prag kann keine Rede sein.

Massenverkehr auf der B 303 ist laut den vorliegenden offiziellen Verkehrszahlen ebenfalls nicht vorhanden. Das erwähnte Beispiel vom „kleinsten Schneefall“ ist hier reichlich deplaziert, denn gegen die Unvernunft der Verkehrsteilnehmer ist kein Kraut gewachsen. Ein Lkw mit ungenügender Bereifung bleibt auf den besten Straßen hängen. Ein Beispiel dazu: A9, sechsspurig, im April 2006 ein lokal sehr begrenzter Schneeschauer. Die Folge: Massenkarambolage, Totalsperrung.

Noch ein Wort zu den Partnern, die man sich ins Boot holt: Die Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen- und Verkehrsplanung (GSV), die die Bürgerinitiative in Bischofsgrün seit neuestem unterstützt, zählt laut „Der Elsner 2007, Handbuch für Straßen- und Verkehrs­wesen“, Seite 1594, zu den „Wirtschaftsverbänden der Straßenbauwirtschaft“! Straßen­baulobbyisten als Partner für eine Bürgerinitiative, die sich gegen den weiteren Ausbau der B 303 ausspricht und laut Bürgermeister Unglaub >>1in keinem Fall „nach einer Autobahn durch das Fich­telgebirge rufe".<< das passt zusammen wie der Teufel und das Weihwasser. Es ist zu hoffen, dass die Bürgerinitiative Bischofsgrün diese Gesellschaft kritisch hinterfragt und analysiert.

Dazu teilte uns Herr Markus Kern von der Bürgerinitiative BI-B303 am 18.02.2007 per e-mail mit: Die BI-B303 und die Gemeinde Bischofsgrün waren und sind nicht Mitglied im GSV! Beides ist leicht zu prüfen, hier irrt die Presse!"
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