Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn

Keine B 303 neu durch das Fichtelgebirge!

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Die Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn befasst sich seit sieben Jahren damit, das Fichtelgebirge vor der Zerstörung durch eine Autobahn zu bewahren. Dazu wurden unzählige Gespräche geführt, Politiker und Behörden besucht, Vorträge gehalten und Veranstaltungen organisiert. Die offiziellen Verkehrszahlen, die eine Autobahn rechtfertigen sollen, wurden veröffentlicht und auf ihre Aussagekraft hin überprüft.

Das Verfahren ist nun bei der Raumempfindlichkeitsanalyse angelangt; das Ergebnis wird in den nächsten Wochen erwartet. Neu dabei ist, dass bei dieser Analyse nicht nur das nördliche Fichtelgebirge als Untersuchungsraum berücksichtigt wurde, sondern auch das südliche Fichtelgebirge. Logischerweise bildeten sich auch dort Widerstandsgruppen. Leider setzen sie sich zum Teil aber nur gegen eine Autobahn im südlichen Fichtelgebirge ein.

Um diese Entwicklung auch in München und Berlin transparent zu machen, hat die Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn sowohl an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, als auch an den bayerischen Innenminister Dr. Günter Beckstein geschrieben. Beim Schreiben an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee nimmt die Gruppe bezug auf dessen Besuch in Posseck am 3. Oktober 2006, bei dem er eine Resolution und einige Ausarbeitungen der Bürgerinitiative überreicht bekam.

Der Brief geht wie folgt weiter:

In der Zwischenzeit ist die Raumempfindlichkeitsanalyse in Arbeit, und auch die Gemeinden entlang des neu dazugekommenen Untersuchungsgebietes im Süden des Fichtelgebirges haben gemerkt, dass Ihnen möglicherweise ein Autobahnbau bevor steht. Es haben sich unterschiedliche Gruppen und Initiativen gebildet, und es kann durch Namensähnlichkeiten leicht zu Verwechslungen kommen. Wir erklären hiermit eindeutig, dass es uns darum geht, das gesamte Fichtelgebirge – also auch den südlichen Teil des Fichtelgebirges – vor einem Autobahnbau zu bewahren. Wir arbeiten seit nunmehr sieben Jahren zu diesem Thema und konnten mit offiziellen Zahlen der entsprechenden Verkehrsstatistiken nachweisen, dass diese Autobahn im gesamten Fichtelgebirgsraum überflüssig ist. Dies schlägt sich auch im Bundesverkehrswegeplan in einem denkbar schlechten Kosten-Nutzen-Faktor für dieses Projekt nieder.

Leider sind einige der neu gegründete Initiativen im Moment lediglich bestrebt, ihr Gemeindegebiet zu schützen. Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass sich auch dort der Weitblick auf unsere gemeinsame Heimat noch einstellt. Das öffentliche Interesse an Informationsveranstaltungen ist seit Monaten ungebrochen.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Bau einer Autobahn nicht nur unwiederbringliche Naturräume im Süden unserer Region, wie z. B, das Steinachtal zerstören würde, sondern ebenso das Tal der Eger, die gesamte Waldsteinregion, das Weißenstädter Becken u. v. a. m.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Autobahn in ländlichen Räumen keinen wirtschaftlichen Aufschwung und keine neuen Arbeitsplätze bringen. Das trifft auf jeden Trassenverlauf zu, egal ob im Norden, Süden oder in der Mitte des Fichtelgebirges.

Welcher Trassenverlauf ökologisch am schlechtesten bewertet werden würde, wird eine erneute Untersuchung ergeben. Es wurde aber bereits im neuen Bundesverkehrswegeplan festgestellt, dass die ursprünglich vorgeschlagenen Waldsteintunneltrassen im nördlichen Fichtelgebirge bei der Umweltrisikoeinstufung die schlechtest mögliche Note (nämlich die Note 5 von 5 Notenstufen) bekommen haben. D.h. diese Trasse wäre im höchsten Maße umweltschädlich. Schlechter als Note 5 ist in der Bewertungsskala nicht vorgesehen. Unserer Meinung nach wird sich herausstellen, dass auch der erstmals untersuchte südliche Bereich ein sehr hohes Umweltrisiko aufweisen wird. Unserer Meinung nach wird es sich herausstellen, dass auch der Süden die Note 5 bekommt. Und selbst der – schon geplante und teilweise auch ausgeführte - Ausbau der bestehenden B 303 wäre bezüglich des Risikos für den Naturraum des „Hohen Fichtelgebirges“ als äußerst problematisch anzusehen.

Ein weiteres Argument gilt der Länge der Trasse. Hier ist festzustellen, dass die Streckenlänge jeder der möglichen Trassen von Schirnding bis zum Autobahndreieck A9/A70 jeweils 55 Kilometer plus / minus zwei Kilometer beträgt; egal ob man im Norden, im Süden oder durch die Mitte des Fichtelgebirges baut.

Bezüglich der Kosten müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • ein Tunnelbau ist immer wesentlich teurer als ursprünglich veranschlagt, da Kostensteigerung während des Baues auftreten
  • der Bau der Fichtelgebirgsautobahn im nördlichen Bereich des Fichtelgebirges mit dem Ziel A70 (Ost-West-Verbindung, oder Lückenschluss) würde bedeuten, dass die A9 auf der sogenannten „Schiefen Ebene“ und am Lanzendorfer Berg mit 20.000 Fahrzeugen, davon 4000 LKW pro Tag zusätzlich belastet wird. Diese Zahlen wurden für das Projekt BY 7616 angemeldet! Die A9 ist für 80.000 Fahrzeuge täglich ausgelegt. Zwischen B 303 und dem Autobahndreieck A9/A70 fahren derzeit knapp 70.000 Fahrzeuge davon 10.000 LKW täglich. Nach der Freigabe des sechsspurigen Ausbaus wies die A9 in diesem Bereich bereits eine deutlich erhöhte Unfallhäufigkeit auf, bedingt durch die Mittelgebirgstopographie mit Steigungen und Kurven. Es wurde zunächst eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 km/h, später auf 120 km/h eingerichtet. Eine Versatzlösung der Ost-West-Verbindung auf der A9 würde unübersehbare zusätzliche Verkehrsprobleme heraufbeschwören. Die Folgekosten in diesem Bereich wären aufgrund der Topographie immens und sind bisher noch in keinster Weise erfasst.
Unser Fazit besteht aus der begründeten Feststellung, dass dieser Autobahnbau eine Katastrophe für die gesamte Fichtelgebirgsregion wäre. Wir bitten Sie eindringlich, sich der Sachlage genauestens anzunehmen, ehe Unsummen an Steuergeldern in die Zerstörung einer relativ naturnahen Landschaft gesteckt werden. Zu berücksichtigen wäre auch, dass der sich langsam gut entwickelnde Fremdenverkehr in dieser Region absolut negativ beeinflusst werden würde. Die hier vorgetragenen Argumente sind nur ein Teil der von uns erarbeiteten Faktoren.

Soweit der Brief an den Bundesverkehrsminister.

Die Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn, die gemeinsam mit den Kreisgruppen Hof und Wunsiedel des Bund Naturschutz am 1. Mai 2007 auf dem Waldstein die siebte große Demonstration gegen diese Autobahn durchführt, erwartet von dieser erneuten Klärung der Sachlage eine noch bessere Kommunikation mit den zuständigen Gremien.

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23.03.2017, 03:07 Uhr

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