Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn

Keine B 303 neu durch das Fichtelgebirge!

Home
News
Die BI
Presse

Stellungnahme der Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn:

Nichts Neues im Reich der Straßenbauer

„Seit 1972 geistert das Gespenst der B 303 neu nun schon durch Oberfranken. Während dieser Zeit wurde der Popanz zunehmend größer. Zunächst war kein Bedarf für eine neue Straße feststellbar. Mit dem Bundesverkehrswegeplan 1993 wurde der vordringliche Bedarf für eine neue zweispurige Straße östlich der A93 festgestellt. Das Teilstück zwischen A9 und A93 landete im weiteren Bedarf. Auch Raumordnungsverfahren wurden in Teilbereichen bereits durchgeführt; gebaut allerdings wurde nicht. Und das war gut so.

Im Bundesverkehrswegeplan 2003 wurde die B 303 neu zur vierspurigen Straße, östlich der A93 im vordringlichen Bedarf, zwischen A9 und A93 im weiteren Bedarf, beides mit Planungsrecht. Allerdings wurden die Schäden an der Umwelt durch diese Planung als derart schwerwiegend eingestuft, dass der Vorbehalt eines besonderen naturschutzfachlichen Planungsauftrages erhoben wurde. Oder übersetzt: Der Naturraum Fichtelgebirge verträgt keine vierspurige B 303 neu.

Nach jenen von 1998 wurden im Jahr 2005 eine erneute Raumempfindlichkeits-analyse und eine erneute Verkehrsuntersuchung auf Kosten der Steuerzahler in Auftrag gegeben. Bei der Regierung von Oberfranken wurden die Ergebnisse dieser Untersuchungen am 2. April 2007 in sehr rudimentärer Form präsentiert. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse nicht! Warum eigentlich nicht? Der Steuerzahler möchte schon wissen wofür sein Geld ausgegeben wurde.

Die Darstellung der Regierung von Oberfranken – wie sie leider nur aus der Presse bekannt wurde - kann so nicht hingenommen werden. Es wird vorausgesetzt, dass der Bedarf für eine B 303 neu festgestellt wurde, weil das Projekt im Bundesverkehrswegeplan steht. Gerade die Einstufung mit naturschutzfachlichem Planungsauftrag bedeutet aber, dass dieser Bedarf erst anerkannt wird, wenn alle ökologischen Bedenken gegen eine neue Trasse ausgeräumt sind. Diese Prüfung obliegt nach einer geplanten Linienführung dem Bundesamt für Naturschutz in Leipzig. Erst, wenn nach zufrieden stellender Prüfung die Mittel in den Bundeshaushalt eingestellt sind, dann besteht ein Bedarf für diese Straße. Schlicht und einfach die Korridore auszuweisen, welche die geringste Beeinträchtigung verursachen, genügt den Anforderungen keineswegs. Dass selbst diese „minimierte“ Beeinträchtigung nicht hinnehmbar sein könnte, bleibt unberücksichtigt. Der Naturpark Fichtelgebirge kann jedoch durch diesen Ansatz bereits irreparabel zerstört werden!

Fast 35.000 Bürger sind genau dieser Meinung. Wer die Landschaft im Fichtelgebirge kennt und sich die Korridore betrachtet, die am 3.4.2007 in der Presse veröffentlicht wurden, kann dies unschwer nachvollziehen. Eine vierspurige Schnellstraße durch dieses kleinräumige Mittelgebirge bedeutet eine Vernichtung aller Tourismusanstrengungen, sie ist eine Katastrophe für Natur-, Wasser- und Landschaftsschutz, sie trägt zum Klimawandel negativ bei, sie vernichtet Arbeitsplätze, fördert die Abwanderung der Menschen und macht unsere Region vollends zum Transitgebiet. Und das obwohl es keine Not für diese Straße gibt. Es fahren gerade mal 6000 Fahrzeuge täglich über den Scheitel des Fichtelgebirges; Tendenz abnehmend. Eine derartige „Verkehrslawine“ wird andernorts auf Kreisstraßen abgewickelt. „Mit unserer bisherigen Arbeit haben wir nachgewiesen, dass es keine Argumente für diesen Wahnsinn gibt,“ so Sandra Krause, die Sprecherin der Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn.

An allen Ecken und Enden wird gespart, aber für diese komplett unsinnige Straße würde man 400 Millionen Euro oder darunter ausgeben. Nun, im Jahr 2000 war man von Kosten von 368,2 Millionen Euro ausgegangen. Mittlerweile würden alleine inflationsbedingt die kosten 422 Millionen Euro betragen. Jeder, der schon einmal die Kostenentwicklung beim Bau verfolgt hat, weiß jedoch dass darüber hinaus mit weiteren Kostensteigerungen zu rechnen ist. Tunnel und Brücken und Straßenbau werden im Laufe der Zeit nicht billiger! Und wo die Kosten dann endlich nach 2015 liegen, wer weiß. Mit dem in der Presse genannten Kostenansatz wird das Projekt schlicht und einfach schön gerechnet!

Terminkalender

Kontakt
Unsere Partner
Seitenzugriffe
28.07.2017, 04:39 Uhr

Nutzungsbedingungen ~ Impressum