Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn

Keine B 303 neu durch das Fichtelgebirge!

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oder: Was man alles nicht erfährt, wenn die Straßenbaulobby arbeitet

Im Berliner Reichstag wurden kürzlich Resolutionen übergeben. Es ging um die Verkehrsbelastung durch den Lkw-Transitverkehr auf der B 303. Empfänger der Resolution war der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Kasparick. Die handelnden Personen: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk, dessen vielfach geäußerte, persönliche Meinung lautet "Die besten Voraussetzungen dafür (für den Bau einer Fichtelgebirgsautobahn; der Verf.) bestünden im Norden des Planungsraumes, ...". Und ein CSU-Ortsvorsitzender, Gunther Zeißler. Beide wohl schnurgerade auf der Linie, "wir brauchen die Fichtelgebirgsautobahn". Dazu kommt ein Bürgermeister, Stephan Unglaub, der Mitglied der GSV ist. Plus Mitglieder einer Bürgerinitiative, "die von der GSV seit Jahren betreut wird" (laut GSV Hauspostille Verkehr+Umwelt, Ausgabe 3-4/2005).

Nun muss man wissen, dass die Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen- und Verkehrsplanung, kurz GSV, ein Wirtschafts- oder besser Lobbyistenverband der Straßenbauindustrie ist. Die Geschäftsstelle ist wohl nur rein zufällig in Wolfratshausen, dem deutschen Firmensitz der STRABAG, die in unserer Gegend durch ihre Praktiken beim Bau der A72 eine gewisse Bekanntheit erreicht hat. Lobende Erwähnung findet die GSV etwa in der Zeitschrift mit dem sicher unverdächtigen Titel „Tiefbau“, Ausgabe 2/2005.

Laut eigenem Werbe-Flugblatt unterstützt die GSV mit ihren Landesbeauftragten mehr als 150 Bürgerinitiativen, die für Ortsumgehungen, Lückenschlüsse und den Bau von Autobahnen eintreten. Just diese GSV fordert vehement den Bau einer B 303 neu. Zitat aus eben der Hauspostille Ausgabe 3/2004: "Besonders erfreulich ist die Erst-Einstufung der B 303 neu in den „Weiteren Bedarf mit Planungsrecht”, die maßgeblich der Bürgerinitiative Tröstau und der Initiative Zukunft Fichtelgebirge zu verdanken ist. Gerade diese wichtige Ost-West Verbindung war bei den Gegnern auf erbitterten Widerstand gestoßen. Die jetzt im Bedarfsplan erfolgte Platzierung erlaubt den zügigen Beginn der Planungen durch die Straßenbauverwaltung."

Diese Hintergrundinformation ist nun leider nicht in dem Zeitungsartikel zu finden, in dem die Übergabe der Resolutionen publik gemacht wird (MHTZ v. 23.6.2007). Sie erst ermöglicht es aber, sich ein wahres Bild vom Sinn dieser Aktion zu machen.

Weiterführender Artikel: Die GSV, ja schau, ja schau.

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19.11.2017, 07:40 Uhr

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