Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn

Keine B 303 neu durch das Fichtelgebirge!

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In dem Artikel "Jede Minute donnert ein Lkw vorbei" in der Frankenpost vom 13.07.2007, Seite 14, gibt es mehrere Punkte, die vermuten lassen, dass große Irrtümer im Umlauf sind. Mit einigen Fakten kann dem schnell Abhilfe geschaffen werden:

Wer von einer Schnellstraße durch das Fichtelgebirge spricht, sieht die Tatsache nicht, dass die B 303 neu, laut Planfeststellung der zweiten Fahrbahn für die Ortsumgehung Schirnding, mit dem Regelquerschnitt RQ26 gebaut werden soll. Das ist genau der Querschnitt, mit dem auch die A93 gebaut wurde. Und wie schnell man eine "Schnell"- Straße zur Autobahn umwidmet kann, ist derzeit an der B173, sprich A73 beobachten. Die Bezeichnung "Fichtelgebirgsautobahn" trifft also ganz genau den Kern der Sache.

Der Verkehr auf der Bundesstraße 2 durch Bad Berneck ist marginal: 2000 Fahrzeuge pro Tag, mit einem Lkw-Anteil von 3,1%.

Die Verkehrsbelastungen an den Autobahn-Grenzübergängen zu Polen, der Tschechischen Republik und Österreich sehen ganz anders aus, wenn den Schwerverkehr betrachtet: auf der A12 waren es im Jahre 2005 6749 LKW über 3,5 Tonnen pro Tag. Auf der A4 waren es 2392 ebensolche LKW; auf der A6 5461 LKW, auf der A3 die Zahl von 6305 LKW, und auf der A8 fuhren 6830 Lkw über 3,5 Tonnen pro Tag im Jahr 2005.

Zum Vergleich: auf der B 303 fahren 1512 LKW pro Tag, laut der oben zitierten Planfeststellung. Diese 1512, von denen 50% dem Transitverkehr zugerechnet werden könnnen, sind bereits enthalten in den 6097 Fahrzeugen, die 2005 täglich den Grenzübergang Schirnding passierten.

Jeder interessierte Bürger kann sich die Unterschiede leicht ausrechnen.

Grundsätzlich geht es darum, ob eine Autobahn durch das Fichtelgebirge gebaut wird. Ein Straßenneubau bedeutet immer, dass zusätzlicher Verkehr entsteht. Der ehemalige Landtagsabgeordnete Willi Müller redet gar von 20000 Fahrzeugen und 5000 Lkw, wenn die B 303 neu durchgehend befahrbar wäre.

Hier wird die ganze Doppelzüngigkeit der Argumentation deutlich. Den "guten" Verkehr möchte man schon gerne behalten, der "schlechte" soll woanders fahren. Meiner Meinung nach kommt es nicht darauf an „wo eine neue Schnellstraße gebaut wird“, sondern es kommt darauf an, Verkehr zu vermeiden. Der Bau einer neuen Atutobahn bringt jedenfalls keine schnelle Abhilfe beim LKW-Verkehr auf der jetzigen B303. Es wäre aber im Rahmen geltender Bestimmungen und Verträge durchaus kurzfristig machbar, den Gütertransitverkehr sofort auf die vorhandenen Autobahnen zu leiten, wenn denn nur der politische Wille dafür vorhanden wäre.

Derzeit allerdings – und das sollten alle Bürgerinnen und Bürger erkennen - nimmt die Bayerische Staatsregierung mit der Weigerung für eine schnelle Abhilfe des Problems zu sorgen, die Anwohner an der B 303 als Geiseln, um Druck für den Bau einer vom Bedarf aber nicht zu rechtfertigenden, ökologisch verheerenden und wirtschaftlich völlig sinnlosen Straße zu erzeugen. Der kleinräumige Naturpark Fichtelgebirge kann die Verkehrsbelastungen durch eine weitere Autobahn nirgends vertragen.

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