Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn

Keine B 303 neu durch das Fichtelgebirge!

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In dem o. g. Artikel bilden zwei Straßenbaulobbyisten den Schulterschluss mit der IHK für eine B 303 neu mit Argumenten, die nicht unwidersprochen bleiben können.

Die „Initiative Zukunft Fichtelgebirge“ = IZF, ist Mitglied in der „Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen- und Verkehrsplanung“ = GSV. Die GSV ist nach ihrer Selbstdarstellung eine Lobbyvereinigung für den Straßenbau. Auch die IHK Oberfranken versteht sich als Lobby der Industrie für den Straßenbau. Dies zeigt ganz deutlich ein Zitat, das auf der Homepage der IHK zu finden ist: „Darüber hinaus wirkt die IHK auch als Interessenvertreter gegenüber der Politik und unterstützt den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur für die Verkehrsträger Straße, Schiene, Wasser und den Luftverkehr in und um Oberfranken.“ Die lexikalische Beschreibung lautet: „Lobbyismus ist eine Form der Interessenvertretung in der Politik, in der Interessengruppen, die Lobbys, die Exekutive und Legislative oder die öffentliche Meinung über die Medien beeinflussen.“ Nachzulesen in der Wikipedia Deutschland.

Nun zu den Argumenten: Gebetsmühlenhaft und sehr plakativ wiederholt Herr Willi Müller von der IZF „Prognosen gingen von einer Verdreifachung des Lkw-Verkehrs aus“. In der kürzlich veröffentlichten „Verkehrsuntersuchung B 303 neu“, die sicher nicht geschrieben wurde um eine B 303 neu zu verhindern, findet sich die Aussage der Experten „Zwischen den Jahren 2006 und 2025 wird insgesamt eine Zunahme des grenzüberschreitenden Schwerverkehrs von etwa 43% erwartet.“

Liest man weiter, ist angemerkt, dass für alle anderen Verkehrsarten eine weit geringere Steigerung vorhergesagt wird. Die Untersuchung berücksichtigt ausdrücklich die Straßenbaumassnahmen der tschechischen Republik während dieses Zeitraums.

Herr Hans Trunzer von der IHK offenbart eine äußerst lückenhafte Vorstellung vom Fichtelgebirge mit seiner Aussage über die Auswirkung einer B 303 neu „Gleichzeitig werde das Fichtelgebirge vom Durchgangsverkehr weitgehend befreit und verkehrsmäßig besser erschlossen.“

Genau das Gegenteil ist der Fall. Durch die neue Straße würde das Verkehrs­auf­kommen durch das Fichtelgebirge um den Faktor Drei bis Vier größer sein als der Verkehr auf der bestehenden B 303. Und laut allen bestehenden Plänen der Straßenbauer verläuft diese Straße immer noch mitten durch das Fichtelgebirge. Auch diese Tatsache ist in der „Verkehrsuntersuchung B 303 neu“ nachzulesen. Das bedeutet aber „durch die Verkehrslage negative Begleiterscheinungen für die Tourismusregion Fichtelgebirge“ würden erheblich verstärkt.

Mit Umweltschutz hat das nichts zu tun, und Herr Willi Müller weiß das natürlich.

Welche handfesten Vorteile eine reine Transitautobahn „für das regionale Handwerk und die regionale Wirtschaftsverflechtung“ hätte, bleibt das Geheimnis des Herrn Horst Eggers von der Handwerkskammer.

Ähnliches gilt für das Argument „die Autobahnen schafft Arbeitsplätze“. Es mag noch so oft wiederholt werden, ist jedoch durch zahlreiche wissenschaftliche Studien längst widerlegt. Man lese etwa „Autobahnbau als Instrument zur Förderung regionaler Wirtschaft?“ des Instituts für Politikstudien in Luzern. Oder die Untersuchungen von Professor Matthias Gather von der Fachhochschule Erfurt.

Es ist für uns erschreckend und beschämend wie uninformiert diese drei Protagonisten für den Straßenbau ihre Lobbyarbeit begründen und es wagen, mit so wenig Hintergrund und Fundament auch noch an die Öffentlichkeit zu gehen.

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19.11.2017, 02:19 Uhr

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